Jeden Sommer kehrt in der Kosmetologie derselbe Rat zurück: Laserbehandlungen und Peelings besser bis zum Herbst verschieben, Injektionen dagegen könne man angeblich ohne besondere saisonale Einschränkungen durchführen. Diese Regel eignet sich für eine kurze Antwort, vereinfacht die tatsächliche Situation aber zu stark.
Der Sommer an sich ist keine Kontraindikation für eine ästhetische Behandlung. Viel wichtiger ist, ob eine frische Bräune oder ein Sonnenbrand vorliegt, wie stark die Methode die Hautoberfläche beeinträchtigt, ob ein Gerät mit Melanin interagiert, wie lange die Regeneration dauert und wie die Person die folgenden Tage verbringen wird.
Es ist ein Unterschied, ob eine Behandlung bei einer Patientin oder einem Patienten durchgeführt wird, die oder der im Büro arbeitet, nicht gebräunt ist und keinen Urlaub plant. Etwas ganz anderes ist derselbe Eingriff wenige Tage vor einer Reise ans Meer. Der Monat ist in beiden Fällen derselbe, die Risiken sind jedoch völlig unterschiedlich.
Deshalb sollte sich eine professionelle Entscheidung nicht auf die Frage reduzieren lassen, ob man „das im Juli machen kann“. Sinnvoller ist es zu klären, was nach der konkreten Behandlung mit der Haut passiert, wie empfindlich sie gegenüber äußeren Faktoren wird und ob die Patientin oder der Patient alle Einschränkungen nicht nur formal, sondern auch praktisch einhalten kann.
Warum der Kalender nicht entscheidet, ob eine Behandlung möglich ist
Es gibt kein universelles Datum, ab dem Laser- oder apparative Verfahren plötzlich sicher werden. Der September hebt eine frische Bräune nicht auf, genauso wenig wie der Juli jede Injektionsbehandlung automatisch gefährlich macht.
Auch der Begriff „Sommersaison“ unterscheidet sich je nach Lebensstil erheblich. Eine Person verbringt den größten Teil des Tages in Innenräumen und geht nur morgens und abends nach draußen. Eine andere arbeitet im Freien, schwimmt täglich, läuft, geht viel zu Fuß oder verbringt regelmäßig Wochenenden am Meer. Formal befinden sich beide unter denselben klimatischen Bedingungen, die tatsächliche UV-Belastung ist jedoch nicht gleich.
Ebenso wenig lassen sich alle kosmetologischen Behandlungen durch eine einzige saisonale Regel zusammenfassen. Ein oberflächliches Peeling, Botulinumtoxin-Behandlungen, Laser-Resurfacing, Microneedling und eine nichtinvasive Ultraschallmethode verursachen unterschiedliche Grade an Gewebereizung und erfordern unterschiedliche Regenerationszeiten.
Einige Behandlungen beeinträchtigen die epidermale Barriere kaum. Andere entfernen oder erhitzen gezielt einen Teil des Gewebes, erzeugen Mikrokanäle oder lösen eine ausgeprägte Entzündungsreaktion aus. Je intensiver der Eingriff, desto wichtiger werden der Hautzustand, der Fototyp, die Neigung zu Pigmentierung und das Verhalten der Patientin oder des Patienten nach der Sitzung.
Manchmal ist der Satz „besser im Herbst“ tatsächlich eine vernünftige Empfehlung. Sein Sinn liegt jedoch nicht darin, dass der Herbst besondere heilende Eigenschaften hätte. In dieser Zeit fällt es vielen Menschen schlicht leichter, aktive Sonne, Strand, Hitze und längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden.
Wann Sonne das Risiko tatsächlich erhöht
Viele ästhetische Behandlungen wirken über eine kontrollierte Verletzung. Das kann ein chemisches Abschälen, die Bildung von Mikroverletzungen, das Abtragen eines Teils der Epidermis, die Erwärmung der Dermis oder die Erzeugung zahlreicher mikrothermischer Zonen sein. Eine solche Verletzung setzt Heilung und Gewebeumbau in Gang, macht die Haut aber für eine gewisse Zeit anfälliger.
Ultraviolette Strahlung kann in dieser Phase Rötungen und Entzündungen verstärken, das Risiko einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung erhöhen, den Verlauf eines Melasmas verschlechtern und das Ergebnis weniger vorhersehbar machen. Besonders vorsichtig sollten Menschen sein, bei denen nach Hautausschlägen, Verbrennungen oder früheren Behandlungen bereits dunkle Flecken zurückgeblieben sind.
Eine frische Bräune ist nicht einfach nur eine Veränderung der Hautfarbe. Sie zeigt eine Reaktion der Melanozyten auf UV-bedingte Schädigung an. Kommt in diesem Moment eine Laser-, Licht-, chemische oder mechanische Einwirkung hinzu, kann die Haut mit stärkerer Entzündung oder ungleichmäßiger Pigmentierung reagieren.
Eine besondere Rolle spielt der Wirkmechanismus der jeweiligen Behandlung. Bei einigen Lasern und IPL-Systemen ist Melanin eines der Hauptziele. Wenn mehr Melanin nicht nur im Haar oder im Pigmentfleck, sondern auch in der umgebenden Epidermis vorhanden ist, verändert sich die Energieverteilung. Das erhöht das Risiko unerwünschter Überhitzung, Verbrennung oder Farbveränderungen der Haut.
Doch auch Methoden, die nicht direkt mit Melanin arbeiten, können nicht als vollständig unabhängig von der Sonne gelten. Wenn nach der Behandlung Entzündung, Schwellung, eine geschädigte Barriere oder erhöhte Empfindlichkeit bestehen, kann aktive Sonnenexposition die Regeneration dennoch verschlechtern.
Deshalb sollte der Satz „diese Technologie reagiert nicht auf Bräune“ nicht automatisch bedeuten: „Sie kann vor dem Strandurlaub durchgeführt werden.“ Der Gerätemechanismus ist nur ein Teil der Bewertung. Der zweite Teil ist der Zustand der Haut und das, was nach der Sitzung mit ihr geschieht.
Ein zusätzliches Risiko entsteht durch Medikamente und kosmetische Wirkstoffe, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen können. Die Reaktion ähnelt manchmal einem starken Sonnenbrand, manchmal zeigt sie sich als Ausschlag, Juckreiz oder Reizung. Vor der Behandlung ist es wichtig, die Fachperson nicht nur über dauerhaft eingenommene verschreibungspflichtige Medikamente zu informieren, sondern auch über kürzlich eingenommene Antibiotika, Retinoide, entzündungshemmende Mittel, pflanzliche Präparate und aktive häusliche Pflege.
Welche Behandlungen häufiger in eine Zeit mit weniger aktiver Sonne verschoben werden
Am stärksten von der Saison abhängig sind Methoden, die die Hautoberfläche deutlich beeinträchtigen oder einen längeren und konsequenten Lichtschutz erfordern.
Ablatives Laser-Resurfacing entfernt gezielt einen Teil der oberflächlichen Hautschichten und setzt eine aktive Regeneration in Gang. Nach einer solchen Behandlung bleibt die neue Haut für eine gewisse Zeit empfindlich, und das Risiko unerwünschter Pigmentierung verschwindet nicht zusammen mit der anfänglichen Rötung. Selbst wenn eine Person nach einigen Tagen schon besser aussieht, bedeutet das nicht, dass die biologische Regeneration abgeschlossen ist.
Eine ähnliche Logik gilt für mitteltiefe und tiefe chemische Peelings. Sie sollten nicht vor einem Urlaub, langen Spaziergängen, einem Aufenthalt am Meer oder Arbeit im Freien geplant werden. Ein Sonnenschutzmittel allein reicht hier nicht aus, weil die Patientin oder der Patient die UV-Belastung während der gesamten Regenerationsphase tatsächlich begrenzen muss.
Intensive fraktionierte Laserbehandlungen lassen sich ebenfalls oft besser in einer Jahreszeit durchführen, in der die Sonne weniger aktiv ist. Die Entscheidung hängt jedoch vom konkreten Gerät, der Wellenlänge, der Eindringtiefe, dem Fototyp, der Behandlungszone und den Parametern ab. Der Begriff „fraktionierter Laser“ umfasst unterschiedliche Technologien, daher liefert die Bezeichnung allein noch keine Antwort auf die Frage der Saisonalität.
Besondere Vorsicht erfordern Laser- und Lichtverfahren gegen Pigmentierung. Nach dem Sommerurlaub möchte die Patientin oder der Patient Flecken und einen ungleichmäßigen Hautton oft möglichst schnell loswerden, doch eine frische Bräune macht die Behandlung komplizierter. Zunächst müssen die Art der Pigmentierung bestimmt, die Aktivität eines Melasmas beurteilt, der Lichtschutz stabilisiert und erst danach ein apparatives Verfahren gewählt werden.
Der Wunsch, einen Fleck mit einer einzigen Behandlung „auszuradieren“, führt nicht selten zum gegenteiligen Ergebnis. Wenn die Haut noch aktiv auf UV-Strahlung reagiert, kann ein zu früher oder zu aggressiver Eingriff das Problem verstärken.
Zu den Behandlungen, die bei frischer Bräune oder bevorstehender intensiver Sonnenexposition am häufigsten sinnvollerweise verschoben werden, gehören:
- ablatives Laser-Resurfacing;
- mitteltiefe und tiefe chemische Peelings;
- intensive fraktionierte Laserprotokolle;
- ein Teil der Laser- und IPL-Behandlungen gegen Pigmentierung;
- Methoden, die nach der Behandlung ein spezielles Regime zur Vermeidung von Licht erfordern.
Diese Liste ist kein universelles Verbot. Sie zeigt lediglich, in welchen Fällen die Saison und das Verhalten der Patientin oder des Patienten die Sicherheit am stärksten beeinflussen. Die endgültige Entscheidung sollte nach einer persönlichen Untersuchung getroffen werden und nicht anhand des Behandlungsnamens in der Preisliste.
Was im Sommer unter bestimmten Bedingungen möglich ist
Oberflächliche Peelings, Mikrodermabrasion, einige Injektionsbehandlungen und nichtinvasive apparative Verfahren werden häufig das ganze Jahr über durchgeführt. „Im Sommer möglich“ bedeutet jedoch nicht „für alle, jederzeit und ohne Einschränkungen möglich“.
Ein oberflächliches Peeling darf nicht mit einem mitteltiefen oder tiefen Peeling gleichgesetzt werden. Eine niedrigere Säurekonzentration, eine kürzere Einwirkzeit und eine geringere Behandlungstiefe führen in der Regel zu einer milderen Reaktion. Dennoch kann die Haut nach der Behandlung trocken, gereizt und empfindlich sein.
Wenn eine Person am nächsten Tag mehrere Stunden am Strand, eine Bootsfahrt oder einen Spaziergang plant, ohne den Schutz regelmäßig erneuern zu können, ist selbst ein mildes Peeling unpassend. Keine lange Ausfallzeit zu haben bedeutet nicht, dass kein Risiko besteht.
Auch Mikrodermabrasion erfordert in der Regel keine lange Ausfallzeit, doch nach dem mechanischen Abschälen muss die Haut vor direkter Sonne geschützt werden. Daher kann eine solche Behandlung für eine Person völlig akzeptabel und für eine andere schlecht geplant sein.
Botulinumtoxin-Behandlungen sind weniger von UV-Strahlung abhängig als Laser-Resurfacing oder Peelings. Sie entfernen keine Epidermis und verursachen keine länger anhaltende oberflächliche Schädigung. Deshalb werden sie häufig unabhängig von der Jahreszeit durchgeführt.
Doch auch hier bleibt der Kontext wichtig. Nach Injektionen können Rötungen, Schwellungen und Blutergüsse auftreten. Die Behandlung sollte nicht so geplant werden, dass man unmittelbar danach an einen abgelegenen Ort fährt, an dem kein Kontakt zur Ärztin oder zum Arzt beziehungsweise keine Untersuchung möglich ist. Sonne ist nicht das Hauptrisiko einer Botulinumtoxin-Behandlung, aber das macht den Eingriff nicht völlig unabhängig von den Plänen der Patientin oder des Patienten.
Ähnlich verhält es sich mit Fillern. Die Injektion des Präparats selbst erzeugt keine Lichtempfindlichkeit, wie sie bei einigen Lasern und Peelings typisch ist. Nach der Behandlung kann die Schwellung jedoch noch zunehmen, und für eine Beurteilung des endgültigen Ergebnisses ist es zu früh.
Eine Lippenkorrektur oder Konturierung am letzten Tag vor einem Flug durchführen zu lassen, ist keine gute Idee – nicht, weil das Flugzeug zwangsläufig die Eigenschaften des Präparats verändert. Das Problem liegt woanders: Die Patientin oder der Patient lässt zu wenig Zeit zur Beobachtung, und seltene Komplikationen erfordern eine schnelle Untersuchung und Zugang zu einer Fachperson.
Nichtinvasive Radiofrequenz- und Ultraschallverfahren werden ebenfalls häufig als ganzjährig geeignet bezeichnet. Sie verwenden keine ultraviolette Strahlung und arbeiten in der Regel nicht mit Melanin als Hauptziel. Dennoch sollte die Behandlung nicht auf Haut mit Sonnenbrand, aktiver Reizung, einem Rosazea-Schub oder gestörter Barriere durchgeführt werden.
Zusätzliche Wärme auf bereits entzündeter Haut kann unerwünscht sein. Außerdem können sich hinter der allgemeinen Bezeichnung RF- oder Ultraschallbehandlung Geräte mit unterschiedlicher Tiefe, Temperatur, Energiedichte und unterschiedlichen Kontraindikationen verbergen. Daher ist die Schlussfolgerung „das ist kein Laser, also gibt es keine Einschränkungen“ genauso ungenau wie ein vollständiges Verbot apparativer Kosmetologie im Sommer.
Die allgemeine Logik bei der Auswahl von Methoden, der Sicherheitsbewertung und realistischen Erwartungen haben wir im Beitrag „Ästhetische Medizin: Wie man sich bei Methoden, Sicherheit und realistischen Erwartungen orientiert“ behandelt.
Microneedling und RF-Microneedling: Wo der Begriff „ganzjährige Behandlung“ endet
Microneedling nutzt Melanin nicht als Zielstruktur, wie es bei einigen Laser- und Lichtsystemen der Fall ist. Deshalb wird es häufig als Behandlung bezeichnet, die zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden kann. An dieser Aussage ist etwas Wahres dran, doch die werbliche Formulierung berücksichtigt meist weder den Hautzustand noch das zukünftige Verhalten der Patientin oder des Patienten.
Beim Microneedling erzeugen Nadeln zahlreiche Mikrokanäle. Nach der Sitzung rötet sich die Haut, kann anschwellen, wird empfindlicher, und im Gewebe wird eine kontrollierte Entzündungsreaktion ausgelöst. Das bedeutet bereits, dass aktive Sonne nicht wünschenswert ist, selbst wenn das Gerät Melanin nicht erhitzt.
RF-Microneedling ergänzt die mechanische Wirkung durch Radiofrequenzenergie. Die Nadeln bringen Wärme in einer definierten Tiefe ins Gewebe und lösen Koagulation sowie Remodelling aus. Die Methode kann bei Hautstruktur, Narben, Poren und Erschlaffung eingesetzt werden, doch auch danach benötigt die Haut Regeneration.
Im Sommer kann RF-Microneedling in Betracht gezogen werden, wenn keine frische Bräune, kein Sonnenbrand, keine aktive Reizung und keine Verschlechterung von Pigmentstörungen vorliegen. Eine Rolle spielen Fototyp, Behandlungszone, Nadeltiefe, Energie, frühere Reaktionen und die Fähigkeit der Patientin oder des Patienten, nach der Sitzung Sonne zu meiden.
Eine Person, die in wenigen Tagen ans Meer fährt, ist kaum eine gute Kandidatin beziehungsweise ein guter Kandidat für ein intensives Protokoll, selbst wenn die Behandlung formal als ganzjährig gilt. Bei einer Patientin oder einem Patienten ohne Bräune, ohne geplante intensive Aufenthalte im Freien und mit Bereitschaft, die Empfehlungen einzuhalten, kann die Ärztin oder der Arzt sie dagegen auch im Sommer durchführen.
Besonders vorsichtig sollte man bei Menschen arbeiten, die zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung neigen. Bei ihnen kann selbst eine kontrollierte Entzündung einen ungleichmäßigen Hautton hinterlassen, wenn zusätzlich UV-Belastung hinzukommt.
Auch ein aktives Melasma nach dem Urlaub erfordert Vorsicht. In einer solchen Situation ist der Wunsch nach einer sofortigen apparativen Behandlung verständlich, manchmal ist es jedoch sinnvoller, zunächst den Hautzustand zu stabilisieren, den Lichtschutz zu verstärken und erst danach über RF-Microneedling zu entscheiden.
Ausführlicher über den Wirkmechanismus, die realistischen Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der Methode haben wir im Beitrag „RF-Microneedling: Wirksamkeit, Risiken und Grenzen der sicheren Anwendung“ geschrieben.
Laserhaarentfernung im Sommer: möglich, aber nicht auf jeder Haut
Die Laserhaarentfernung gehört zu den Behandlungen, zu denen Patientinnen und Patienten besonders häufig widersprüchliche Ratschläge erhalten. Manche Kliniken lehnen sie im Sommer vollständig ab, andere bewerben sie als Methode ohne jegliche saisonale Einschränkungen. Beide Positionen sind zu kategorisch.
Bei der Haarentfernung soll die Energie vom Pigment des Haares aufgenommen werden und den Haarfollikel erhitzen. Wenn durch eine frische Bräune auch in der umgebenden Haut viel Melanin vorhanden ist, wird die Energieverteilung weniger vorhersehbar. Das kann den sicheren Parameterbereich verkleinern und das Risiko einer Überhitzung der Epidermis erhöhen.
Moderne Systeme ermöglichen die Behandlung verschiedener Fototypen, doch die technischen Möglichkeiten eines Geräts heben die Notwendigkeit nicht auf, die konkrete Haut zu beurteilen. Entscheidend sind Wellenlänge, Kühlung, Impulsparameter, natürlicher Fototyp und wie kürzlich die Person gebräunt hat.
Vor der Behandlung sollte man ehrlich über Strand, Solarium, längere Sonnenaufenthalte und die Verwendung von Selbstbräuner informieren. Diese Details zu verschweigen, nur damit die Sitzung nicht verschoben wird, ist gefährlich.
Auch nach der Haarentfernung sollte aktive Sonne auf der behandelten Zone vermieden werden. Das gilt besonders für exponierte Bereiche wie Gesicht, Arme und Beine. Eine Laserhaarentfernung an einer bedeckten Zone bei einer Person, die nicht gebräunt ist und keinen Strand plant, und eine Behandlung frisch gebräunter Beine am Tag vor dem Urlaub sind zwei unterschiedliche klinische Situationen.
Die richtige Antwort lautet daher weder „Laserhaarentfernung darf man im Sommer nicht machen“ noch „mit einem modernen Laser geht es immer“. Sie kann dann durchgeführt werden, wenn das Gerät zum Fototyp passt, die Haut keine frische Bräune oder Reizung aufweist und die Patientin oder der Patient die Empfehlungen vor und nach der Sitzung einhalten kann.
Warum SPF Einschränkungen nicht aufhebt und wie man eine Behandlung vor dem Urlaub plant
Sonnenschutz ist ein notwendiger Bestandteil der Nachbehandlungspflege, verwandelt einen ungünstigen Zeitplan aber nicht in einen sicheren. SPF 50 ist keine Erlaubnis, nach Laser, Peeling oder Microneedling den ganzen Tag am Strand zu verbringen.
Im Alltag tragen Menschen das Produkt oft nur morgens auf, verwenden zu wenig davon und erneuern es nach Schwimmen, Schwitzen oder Kontakt mit dem Handtuch nicht. Selbst korrekt aufgetragene Creme blockiert nicht die gesamte Strahlung und ersetzt nicht das physische Meiden der Sonne.
Nach traumatisierenden Behandlungen bedeutet Lichtschutz nicht nur ein Breitband-Sonnenschutzmittel, sondern auch Schatten, Kopfbedeckung, Kleidung, kürzere Aufenthalte im Freien und den Verzicht auf Strand während der gesamten empfohlenen Zeit.
Die Grundregeln lauten:
- ein Breitband-Sonnenschutzmittel mit SPF 30 oder höher verwenden;
- es vor dem Hinausgehen in ausreichender Menge auftragen;
- den Schutz regelmäßig erneuern, besonders nach Schwimmen und Schwitzen;
- direkte Sonne während der aktiven Regenerationsphase vermeiden;
- Säuren, Retinoide und Peelings nicht eigenständig ohne Erlaubnis der Fachperson wieder aufnehmen;
- Hut, Sonnenbrille und Kleidung verwenden, die die behandelte Stelle bedeckt.
Bei Menschen mit Melasma oder Neigung zu Pigmentierung kann die Ärztin oder der Arzt einen getönten Sonnenschutz mit Eisenoxiden empfehlen. Ein solches Produkt hilft, die Haut nicht nur vor ultravioletter Strahlung, sondern auch vor einem Teil des sichtbaren Lichts zu schützen. Dennoch gleicht auch es keinen mehrstündigen Aufenthalt in der Sonne nach einer intensiven Behandlung aus.
Der ungünstigste Zeitpunkt für einen Eingriff ist nicht zwingend die Mitte des Sommers. Häufig sind es die wenigen Tage vor dem Urlaub, wenn der Patientin oder dem Patienten keine Zeit mehr für eine normale Regeneration bleibt.
Wenn in fünf Tagen Meer, Berge oder eine längere Reise geplant sind, sind intensives Resurfacing, ein mitteltiefes Peeling oder Microneedling fast immer schlecht geplant. Selbst wenn die Rötung bis dahin zurückgeht, ist die Hautregeneration noch nicht abgeschlossen.
Auch Injektionsbehandlungen sollte man besser nicht auf den letzten Tag legen. Nach Botulinumtoxin oder Fillern braucht es Zeit zur Beobachtung, zur Beurteilung der frühen Reaktion und für die Möglichkeit, eine Fachperson zu kontaktieren. Je schwieriger es im Urlaub sein wird, medizinische Hilfe zu erhalten, desto mehr Zeitreserve sollte eingeplant werden.
Bei der Planung einer Behandlung sollte man nicht nur das Abflugdatum berücksichtigen, sondern auch den Weg zum Flughafen, Aufenthalte auf der Terrasse, Ausflüge, Baden, Sport und andere Situationen, in denen es schwer sein wird, Sonne zu vermeiden. Genau diese alltäglichen Faktoren unterschätzen Patientinnen und Patienten häufig.
Ein sicheres Sommerprotokoll beginnt nicht mit der Frage „Kann man das im Juli machen?“, sondern mit einer ehrlichen Antwort auf die Frage: „Wie werde ich die nächsten Tage nach der Behandlung verbringen?“
Wie man eine Entscheidung trifft und Saisonalität nicht zur Formalität werden lässt
Vor einer Sommerbehandlung muss die Fachperson klären, ob Bräune, Sonnenbrand, Reizung oder eine aktive Hauterkrankung vorliegen. Ebenso wichtig ist zu wissen, welche Medikamente die Patientin oder der Patient einnimmt, welche Produkte zu Hause verwendet werden und ob es früher Reaktionen in Form anhaltender Pigmentierung gab.
Auch die nächsten Pläne müssen besprochen werden. Nicht nur Urlaub, sondern auch Arbeit im Freien, Sport, Meer, Pool, lange Spaziergänge und Veranstaltungen, bei denen die Person Sonne nicht vermeiden kann.
Eine gute Fachperson beschränkt sich nicht auf den Satz „Benutzen Sie SPF“. Sie erklärt, wie lange die Regeneration dauert, wann aktive Pflege wieder aufgenommen werden kann, welche Reaktionen zu erwarten sind und in welchen Fällen man sich sofort an die Klinik wenden sollte.
Zweifelhaft ist ein Protokoll, bei dem nicht nach Bräune und bevorstehenden Reisen gefragt wird, bei dem für unterschiedliche Fototypen dieselben Parameter verwendet werden oder bei dem vollständige Sicherheit allein durch Sonnenschutz versprochen wird.
Ebenso aufmerksam sollte man werden, wenn versprochen wird, „alles sei nach einem Tag vorbei“, ohne den vollständigen Zeitraum der biologischen Regeneration zu erklären. Das äußere Erscheinungsbild der Haut und der Abschluss der Heilungsprozesse sind nicht dasselbe.
Manchmal ist die beste professionelle Entscheidung, eine Behandlung nicht durchzuführen. Sie kann verschoben, durch eine weniger traumatisierende Methode ersetzt, in der Intensität reduziert oder erst nach Stabilisierung des Hautzustands geplant werden. Das ist kein Verlust einer Möglichkeit, sondern ein normaler Teil eines medizinischen Vorgehens.
Die Einteilung in „Sommer-“ und „Winterbehandlungen“ kann nur als sehr grobe Orientierung nützlich sein. Sie erinnert an die Rolle der UV-Strahlung, ersetzt aber nicht die Beurteilung der konkreten Patientin oder des konkreten Patienten.
Manchmal ist eine Behandlung im Juli vollkommen begründet. Manchmal sollte sie sogar im Oktober verschoben werden, wenn eine Person gerade gebräunt zurückgekehrt ist oder Einschränkungen nicht einhalten kann.
Das richtige Datum ist kein bestimmter Monat. Es ist der Zeitpunkt, an dem sich die Haut in einem stabilen Zustand befindet, die Methode den Indikationen entspricht, die Parameter den Fototyp berücksichtigen und die Patientin oder der Patient die Regeneration ohne Strand, intensive Sonnenexposition und Experimente mit häuslicher Pflege durchlaufen kann.